Herztransplantation: die häufigste Form der Transplantationen

Die Herztransplantationen gehören zu den häufigsten Transplantationen der heutigen Zeit. Dabei wird das Herz eines anderen Menschen eingesetzt, das dann die Aufgaben des eigenen Herzens übernimmt. Die Herztransplantation wird immer dann notwendig, wenn eine weit fortgeschrittene Herzschwäche vorliegt und medikamentöse Behandlungsansätze keine Wirkung mehr zeigen. Auch das Legen eines Bypasses wird nicht mehr möglich sein, ebenso wie der Ersatz einer Herzklappe. Für die Herztransplantationen gibt es bereits heute Wartelisten, Patienten, die sich darauf setzen lassen, müssen etwa sechs bis zwölf Monate auf ihr neues Herz warten.

Die Herztransplantation wird am häufigsten dann durchgeführt, wenn eine dilatative Kardiomyopathie vorliegt. Dabei ist diese vermutlich genetisch bedingt. Auch bei Arteriosklerose, Herzfehlern und Herzinfarkt kann es zu einer Herztransplantation kommen. Insbesondere Kinder müssen dann eine solche Transplantation über sich ergehen lassen, wenn schwerwiegende Herzfehler bereits angeboren sind. Kombiniert werden diese Transplantationen häufig mit der Transplantation der Lunge. Dies ist immer dann der Fall, wenn die Lunge schwer erkrankt ist.

Diese Form der Transplantationen kann nicht durchgeführt werden, wenn schon seit Jahren ein Lungenhochdruck besteht oder eine Alkohol- bzw. Drogenabhängigkeit. Ebenfalls ist bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen oder bei schweren Störungen in der Funktion weiterer Organe, wie der Niere oder Leber, davon abzuraten. Patienten, die bereits über 70 Jahre alt sind, erhalten eine Herztransplantation nur dann, wenn der allgemeine Gesundheitszustand dies zulässt.

Für diese Transplantation muss der Brustkorb der Patienten aufgesägt werden, so dass er aufgeklappt werden kann. Liegt das Herz dann frei, wird es, ebenso wie die Lunge, außer Betrieb gesetzt. Die Versorgung des Körpers übernimmt währenddessen eine Herz-Lungen-Maschine. Damit alle Organe mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden können, muss der Sauerstoffbedarf abgesenkt werden, was mittels einer Absenkung der Körpertemperatur auf bis zu 18 Grad Celsius erfolgt. An der Haupt- und Lungenschlagader wird das Herz dann abgetrennt, lediglich einige Teile der beiden Vorkammern des Herzens verbleiben im Körper des Patienten. An diese, sowie die beiden Schlagadern wird das neue Herz dann angenäht. Dieses sollte sich langsam aufwärmen und beginnt meist bereits von selbst zu schlagen, sobald es seine „Betriebstemperatur“ wieder erreicht hat. Sollte dies nicht der Fall sein, kann ein kleiner Stromstoß helfen. Während das Herz langsam wieder schlägt, wird überprüft, ob alle Nähte ausreichend dicht sind und das neu eingesetzte Herz auch normal arbeitet. Erst dann werden die Ärzte die Herz-Lungen-Maschine abstellen.